Anno.

Das Magazin der Medienjubiläen

Anno 22. Das Magazin der Medienjubiläen
Anno 21. Das Magazin der Medienjubiläen
Anno 19. Das Magazin der Medienjubiläen
Anno 18. Das Magazin der Medienjubiläen
Anno 17. Das Magazin der Medienjubiläen

Anno ist das Printmagazin des Instituts für Kommunikationswissenschaft der Universität Bamberg. Es erscheint einmal im Jahr und stellt Jubiläen aus Medien, Journalismus und Kultur vor. So werden runde Geburtstage von großen Publizisten und berühmten Schauspielern ebenso gewürdigt wie die Gründungsjubiläen (einst) bedeutender Zeitungen, kurioser Fernsehserien, wegweisender Erfindungen oder das Medienecho weltbewegender Ereignisse. Seit 2013 gibt es das „Magazin der Medienjubiläen“.

Im Oktober 2023 ist die zehnte Ausgabe des Magazins erschienen. Auf 204 Seiten bietet Anno 23 mehr als 120  bunt illustrierte Artikel von 73 Autorinnen und Autoren, darunter unter anderem 15 Professorinnen und Professoren aus der Universität Bamberg sowie Kolleginnen und Kollegen aus sieben anderen Universitäten – aus der Philosophie, Geschichtswissenschaft, Theologie, Islamkunde, Germanistik, Romanistik, Anglistik und der Kommunikationswissenschaft. Dazu viele weitere Expertinnen und Experten, Journalistinnen und Journalisten sowie Studierende. 

Die aktuelle Ausgabe schickt die Leserinnen und Leser in 25-Jahres-"Siebenmeilenstiefen" auf eine Zeitreise in die Vergangenheit – mit Reisestationen zunächst im Jahr 1998, als zum Beispiel Attac gegründet wurde, Niklas Luhmann, Frank Sinatra oder auch Falco gestorben sind oder die “Walser-Bubis-Debatte” ein riesiges Medienecho fand, dann etwa ins Jahr 1923, als der Rundfunk in Deutschland gegründet wurde, oder zu einem langen Essay über Medien und Öffentlichkeit im Revolutionsjahr 1848 und schließlich weit zurück in die Antike, als zum Beispiel vor 2.450 Jahren der Koloss von Rhodos ins Meer stürzte. 

Weil Zeitreisende – wie fast alle Touristen – wenig Gelegenheit zum Verweilen haben, sind die meisten Texte kurz. Viele Eindrücke können so gewonnen werden – und manche Anregung, sich zu vertiefen und auszuspannen von den Strapazen des Hüpfens durch Jahrhunderte. Exotisches gibt es zu entdecken und hoffentlich manch Altvertrautes wiederzufinden. Dabei ist Anno übrigens mehr als eine Zeitschrift: Übers Jahr hinweg werden die Medienjubiläen von einer Redaktion aus Studierenden der Kommunikationswissenschaft auf Facebook und auf Instagram begleitet.

Gründer, Herausgeber und Chefredakteur von Anno ist Prof. Dr. Markus Behmer

Anno, das in seinen bisherigen zehn Ausgaben auf genau 1.616 Seiten mehr als 1.000 Jubiläen gewürdigt hat, richtet sich an ein breites Publikum. Hierzu zählen Redaktionen im gesamten Bundesgebiet mit Schwerpunkt Medien und Kommunikation, Institute und Studierende der Kommunikations- und Medienwissenschaften an vielen deutschen Universitäten sowie Expertinnen und Experten aus dem Feld des Journalismus und der Medienforschung.

Stimmen zum Heft:

… ich bin völlig geplättet von dem tollen Anno-Heft. Riesen-Kompliment! Mein Eindruck: Das Heft ist nicht nur dicker als die letzten Male, sondern es ist Euch eine noch bessere Mischung aus eher informierenden und eher unterhaltenden Texten gelungen, das Ganze kommt – auch vom Layout her – noch magaziniger daher. Großartig!

Philipp Grammes (Digitalchef Bayern 2, Bayerischer Rundfunk)

Das ist ein extrem spannendes Projekt und gerade für Schriftsteller eine Fundgrube.

Markus Orths (Schriftsteller)

Eine Universitäts-Publikation mit wunderbaren Esprit und voller Überraschungen!

Klaus Hillingmeier (Chefredakteur G/Geschichte)

„Ganz herzlichen Dank für ‚Anno‘. Ich find’s toll, es ist eine richtige Wundertüte. Eine wirklich bunte, vielfältige und teils überraschende Mischung von Geschichten und Fotos.“

Uli Brenner (ehem. Leiter der Deutschen Journalistenschule)

„Hut ab, was Ihr da in Bamberg leistet. Habe das Heft sofort meinen Mitarbeitern weitergereicht, die auch begeistert sind.“

Dr. Roger Münch (Direktor des Deutschen Zeitungsmuseums)

Und Anno ist mehr als eine Zeitschrift: Übers Jahr hinweg werden die Medienjubiläen belgeitet und kurz aufgespießt unter https://www.instagram.com/anno.magazin/ und www.facebook.com/annomagazin.

Bislang erschienen:

Nr. 1 (2013) bis Nr. 10 (2023)
ISSN: 2196-0364
Auflage: 1.200
Umfang: zwischen 148 und 204 Seiten pro Heft
Hrsg. Prof. Dr. Markus Behmer, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
https://www.uni-bamberg.de/kowi/praxisbezug/anno-das-magazin-der-medienjubilaeen/

Das Selbst im Blick

Interdisziplinäre Perspektiven zur Selfie-Forschung

ZMDG 1
ZMDG 2

2018 wurde am Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft (zem::dg) der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Hochschule für Philosophie München ein Netzwerk zur interdisziplinieren  Erforschung des Phänomens Selfie gegründet.

Im Oktober 2021 fand an der Hochschule für Philosophie eine erste Tagung mit dem Titel “Selfie-Forschung und ihre interdisziplinären Fragestellungen, Methoden und Ergebnisse” statt. Im nun vorliegenden Tagungsband mit dem Titel Das Selbst im Blick. Interdisziplinäre Perspektiven zur Selfie-Forschung werden die Vorträge dokumentiert und die Befunde zusammengetragen. Dabei stehen medienethische Apsekte im Mittelpunkt.

Mit Selfies werden gleichermaßen Fragen an die Strukturbedingungen aufgeworfen, unter denen sich Kommunikation und Ausdruck konstituieren, wie sich auch Konstellationen zwischen Körper und Umwelt, zwischen Selbst und Technik neu zur Disposition stellen. Denn das Selfie ist das Produkt einer Kamera – eine Fotografie – und es ist der Akt der Fotoaufnahme. Es ist selbstaufgenommen und auf ihm ist der:die Fotograf:in selbst abgebildet. Es kann aber auch etwas ganz anderes als den:die Fotografierenden abbilden und ob es selbstaufgenommen wurde, kann auch strittig sein. Es ist Kommunikation und Austausch. Es ist aber auch ungeteiltes Bild im Archiv. Es ist Spiegelbild und Selbstbild. Es ist Fremdbild und Idealbild. Es ist Porträt und Film und Text. Es wird als Ausdruck von Ermächtigung gelesen und im Kontext von Protest und Aktivismus genutzt. Es wird aber auch zum Hinweis auf eine pathologische Selbstbezogenheit und eine narzisstische Persönlichkeitsstörung erklärt. Gleichzeitig ist es Vernetzung und Datenbefund sowie Inszenierung und nicht zuletzt Intimität.

Neben Forschungsperspektiven aus der Ethik auch Wissenschaftler:innen aus Medienwissenschaften und Fotografieforschung, aus Philosophie, Soziologie und Kommunikationswissenschaften, aus Journalismus und Religionspädagogik, aus Kunst und aus Psychologie ihre Forschungen vor. Der Band bildet fächerübergreifend dominante Bezüge zum Forschungsgegenstand ab, wobei daraus im Wesentlichen vier Themenbereiche entstanden sind, denen sich je eine leitende Fragestellung zuordnen lässt:

  •    Themenbereich Corpusbildung: Wie vollzieht sich das Selfie?
  •    Themenbereich Identität: Wen bildet das Selfie?
  •    Themenbereich Ideengeschichte: Woher kommt das Selfie?
  •    Themenbereich Partizipation: Was verändert das Selfie?

Die Publikation versammelt 14 Beiträge, in denen sich deutlich zeigt, dass die Interdisziplinarität des Forschungsfeldes nicht nur darauf zurückzuführen ist, dass sich verschiedene Fächer für das Selfie interessieren, sondern dass sie auf dem Forschungsgegenstand ‚Selfie‘ selbst beruht. Sie in einer Art Scharfstellung in und zwischen den Fragestellungen für weiterführende Erforschungen der Themenbereiche anschlussfähig zu machen, ist Ziel und Anliegen des Sammelbandes.

Herausgeber:innen: A. Christina Steimer, Claudia Paganini, Alexander Filipovic

Verlag: Nomos

Erscheinungsjahr: 2023

ISBN 978-3-8487-8550-6 

(Foto: zem::dg)

SCHIMANSKI MACHEN

Erfindungen und Etablierung einer erfolgreichen Serienfigur

Schimanski

Mit Horst Schimanski wurde der gute alte Fernsehkommissar in Anzug und Krawatte in den Fundus zurückgestellt und ein neuer Ermittlertypus in Jeans und Parka zur Kultfigur. Schimanski machen dokumentiert in Interviews mit neun Filmschaffenden die Entstehung und Gestaltung dieser neuen Krimi-Figur im deutschen Fernsehen.

Es war nicht nur der Schauspieler Götz George für diesen Erfolg verantwortlich. Schimanski, das war eine umwälzende Neukonzeption des Tatort: von der Dramaturgie, über die Erzählperspektive und die Inszenierung bis zur ästhetischen Umsetzung wollte eine Gruppe junger Filmschaffender das Fernsehen besser, kinohafter machen. 

Die Gespräche reichen inhaltlich von der Erfindung einer neuen Serienfigur und der Besetzungsgeschichte, von Drehbuchschreiben und Inszenieren, von Motivsuche und ästhetischer Gestaltung über Diskussionen zwischen Produktion, Redaktion und Filmemacher*innen, den Umgang mit der starken Persönlichkeit des Hauptdarstellers und dem Presseecho bis zu Hypothesen über die Gründe des Erfolges beim Publikum. 

Genauso spannend ist aber auch die Geschichte, die die Filmemacher*innen miteinander verbindet. Ihnen allen ist gemein, dass sie Absolvent*innen der ersten Jahrgänge der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film waren und der als '68er' bezeichneten Generation angehören. Sie haben zusammen gelernt, gearbeitet und diskutiert – wie die Zeit es erforderte.

Autorin/Autoren: Gabriele Mehling, Axel Block, Michael Hild, Bernd Schwamm

Verlag: edition text + kritik

Erscheinungsjahr: 2022

ISBN: 978-3-96707-639-4

https://www.etk-muenchen.de/search/Details.aspx?sort=1&q=mehlin&ISBN=9783967076394#.Y4jlBX2ZND9

Rezensionen: 

Hans Helmut Prinzler schreibt am 14. 09.2022 in seinem Blog unter anderem: „Das Buch ist Basis-Literatur zur deutschen Fernsehgeschichte.“ https://www.hhprinzler.de/archiv/aktuelles/page/ 

Dietrich Leder schreibt am 1. November 2022 im CulturMag unter anderem: „Spannend auch die Darstellung der Suche nach der Besetzung der Hauptfigur. So war aus heutiger Sicht überraschenderweise eine Zeit lang Eberhard Feik als Schimanski vorgesehen, ehe dann Ilse Hoffmann, sie dreht den zweiten Schimanski-Film mit dem Titel „Grenzgänger“, Götz George vorschlug.“ Und: „Erwähnenswert auch, dass [sich!] im Buch zum ersten Mal auch der Drehbuchautor Horst Vocks zu Wort kommt, der mit Thomas Wittenburg nicht nur diese erste, sondern auch weitere Folgen schrieb.“ http://culturmag.de/crimemag/dietrich-leder-seziert-crime-im-tv-8-schimanski-machen/145600)

In der Zeitschrift für Rezensionen MEDIENwissenschaft resümiert Eric Carstens: „Der Band wirft ein aufschlussreiches Schlaglicht auf das Innenleben der Fernsehproduktion an einem bestimmten Punkt der Nachkriegsgeschichte. Schimanski entstand an einem Punkt, als sich Filmindustrie und Fernsehen nach dem Antagonismus der 1950er und 1960er Jahre widerstrebend an eine strukturelle Zusammenarbeit gewöhnten – im Spannungsfeld zwischen Neuem Deutschem Film und dem Versuch, populäre Unterhaltung zu modernisieren, und zu einer Zeit, in der das aufkommende Privatfernsehen das Selbstbewusstsein und die Selbstwahrnehmung des öffentlich-rechtlichen Systems zu verändern begann.“ 

Karstens, Eric: Gabriele Mehling, Axel Block, Michael Hild, Bernd Schwamm: Schimanski machen: Erfindung und Etablierung einer erfolgreichen Serienfigur. In: MEDIENwissenschaft: Rezensionen | Reviews, Jg. 40 (2023), Nr. 2, S. 204–206. DOI: https://doi.org/10.25969/mediarep/19684 

Kollektive Informationsverarbeitung von Medieninhalten

Theoriebildung, Methodeninnovation und empirische Befunde auf Gruppenebene

Cover Schindler

Im sozialen Alltag nutzen und verarbeiten Menschen Medieninhalte häufig gemeinsam in Gruppen, die als eigenes informationsverarbeitendes System betrachtet werden können. 

Trotz der großen gesellschaftlichen Relevanz gibt es bisher erst wenig und vornehmlich auf die Individualebene fokussierte Forschung zu kollektiver Medienrezeption bzw. Informationsverarbeitung im Allgemeinen. Die vorliegende Arbeit nimmt eine konsequent auf die Gruppenebene gerichtete Perspektive ein und leistet einen zusammenhängenden theoretischen, methodischen und empirischen Beitrag zum Verständnis von Informationsverarbeitung in Gruppen. 

Autorin: Johanna Schindler
Verlag: Springer VS
Erscheinungsjahr: 2023
ISBN 978-3-658-42533-3

https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42534-0 

Generalisiertes Vertrauen in automatisierten Journalismus

Bedeutung und Einflussfaktoren auf das Vertrauen deutscher Leser*innen

Cover Körner

In dem Open-Access-Buch geht es um die Frage, wie Leser*innen in Deutschland automatisiert generierte Nachrichten wahrnehmen und welche Bedeutung sie den Verfahren im Journalismus zuschreiben. 

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das Publikum dem automatisierten Journalismus vertraut und welche Einflussfaktoren bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen. Zur empirischen Überprüfung wurden Focus Groups mit gezielt rekrutierten Leser*innen eingesetzt. 

Die Ergebnisse zeigen, dass es keine monokausalen Antworten auf die Frage nach dem Vertrauen der Lesenden in automatisierten Journalismus gibt. Grundsätzlich stehen sie dem Technologieeinsatz neutral und gleichzeitig neugierig sowie – vor allem mit Blick auf die Zukunft – skeptisch gegenüber. Die Teilnehmenden fordern einen transparenten Umgang der Medienorganisationen mit automatisierter Berichterstattung und wollen mehr Informationen zum Einsatz, zur Verbreitung und zur Technologie haben. 

Als Einflussfaktoren auf die Vertrauensbewertung wurden ausgewählte Personen- sowie Text- und Publikationsmerkmale und Eigenschaften des Untersuchungsgegenstands getestet. Hohe Relevanz haben erkennbar die Angst vor gezielter Manipulation, die individuellen Vorstellungen über Künstliche Intelligenzen sowie die Kontingenz von Texten.

Autorin: Theresa Körner

Verlag: Springer VS 

Erscheinungsjahr 2023

ISBN: 978-3-658-42734-4

https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-42735-1 

Ukraine. Europas Krieg

Fotos und Reportagen von Till Mayer

Cover Mayer Ukraine

Seit 2017 dokumentiert Till Mayer den Krieg in der Ostukraine mit seiner Kamera. Dann kam die Eskalation mit der groß angelegten Invasion am 24. Februar 2022.

Die (Foto-)Reportagen im Buch “Ukraine -Europas Krieg”  beginnen Ende September 2021 und enden gut ein Jahr später bei einem Kampfeinsatz der Internationalen Legion.

Der Bamberger (Foto-)Journalist reist durch die ganze Ukraine, um Menschen im Krieg zu portraitieren. Die schwarz-weiß Bilder und Texte berichten von Tapferkeit, Flucht, Trauer, Widerstand, Tod aber auch von Hoffnung und Mut.

Autor: Till Mayer

Verlag: Erich Weiß Verlag

Erscheinungsjahr:  2022

ISBN: 978-3-910311-02-2

https://www.tillmayer.de/ und https://erich-weiss-verlag.de/bildbaende-von-till-mayer/202-ukraine-europas-krieg.html 

Donbas. Europas vergessener Krieg

Donbas. Europas vergessener Krieg

Der Foto- und Reportageband dokumentiert ein Langzeitprojekt des Journalisten Till Mayer. Seit 2017 besuchte er mehrfach das Kampfgebiet und das Hinterland im Osten der Ukraine.

Mit teils fast ikonographischen Schwarz-Weiß-Fotografien und einfühlsamen Texten beschreibt er das Leben der Kämpfer in den Schützengräben der Front – und den Alltag der Menschen, die in den Dörfern und Städten nur wenige Kilometer entfernt vom immer noch andauernden Kampfgeschehen leben.

Autor: Till Mayer
Verlag: Erich Weiß
Erscheinungsjahr: 2019
ISBN: 978-3-940821-70-6

https://erich-weiss-verlag.de/bildbaende/152-Donbas.html

On the Transcultural Nature of Jewish Periodicals

Interconnectivity and Entanglements

Cover Nagel

Die in dem englischsprachigen Reader versammelten Beiträge beleuchten Vielfalt und zeitgenössische Bedeutung der historischen jüdischen Presse von der Aufklärung bis zum Nationalsozialismus.

Zudem stellen sie Ansätze zu deren Erforschung vor. Sie untersuchen sowohl Erscheinungs- und Rezeptionsbedingungen als auch nationale und Sprachgrenzen überschreitende Öffentlichkeiten.

Beleuchtet werden die Bedeutung von Juden in der Presse des Vormärz, jüdische Periodika im Berlin der Weimarer Republik und in der österreischischen Provinz, die Öffentlichkeitsarbeit des Council of Jews from Germany in deutsch-jüdischen Nachkriegsperiodika und vieles andere mehr.

Herausgeber: Susanne Marten-Finnis und Michael Nagel

Verlag: Mohr Siebeck

Erscheinungsjahr: 2023

ISBN: 978-3-16-162044-7

https://www.mohrsiebeck.com/buch/on-the-transcultural-nature-of-jewish-periodicals-9783161620447?no_cache=1 

Medien, Journalismus und Medienforschung im Wandel

Gesammelte Studien von Jürgen Wilke, Bd. 4

Wilke gesammelte Studien

Jürgen Wilke, emeritierter Professor für Kommunikationswissenschaft der Universität Mainz, ist einer der prominentesten und produktivsten deutschen Journalismusforscher, Medienanalysten und Pressehistoriker. Im Band vier seiner Gesammelten Schriften (die ersten drei Bände sind 2009, 2011 und 2017 erschienen), bringt 23 Beiträge des Ver­fassers zusammen , die in den letzten Jahren entstanden und verstreut in Zeitschriften und Sammelbänden publiziert wurden

Im Vordergrund stehen kommu­ni­ka­tions­historische Interessen, die gleichwohl eine gewisse inhaltliche Gruppie­rung der Beiträge ermöglichen. Am Anfang stehen medien- und national über­greifende Perspektiven. Mehrere Beiträge sind Vor-Geschichten gewid­met: so den Vor-Geschichten der Medienkonvergenz sowie der perio­di­schen Zeitung, der Kritik an der „Lügenpresse“ und der Seuchenbe­richt­er­stattung. Drei Beiträge exemplifizieren Pressegeschichte zwischen longue durée und epi­sodenhaften „Stunden der Prüfung“. Zwei Studien behandeln die Kom­mu­nikation der International Labour Union (ILO) und schlagen die Brücke zur Journalismusforschung. Es folgen Studien zur Weimarer Republik, das Surrogat einer Mediennutzungsstudie sowie mehrere Beiträge zur For­schungs­geschichte und Methodologie. Am Ende steht ein Ausblick auf die Zukunft der Kommunikationsgeschichte als Teildisziplin der Publi­zistik- und Kommunikationswissenschaft.

Autor: Jürgen Wilke

Verlag: edition lumière

Erscheinungsjahr: 2023

ISBN: 978-3-948077-32-7

https://www.editionlumiere.de/wilke-medienforschung.html 

Marginalistik.

Almanach für Freunde fröhlicher Wissenschaft

Marginalistik. Almanach für Freunde fröhlicher Wissenschaft
Marginalistik band 2

Die Marginalistik ist ein inter- und transdisziplinäres Forschungsfeld, das immer mehr Aufmerksamkeit findet. Sie betrachtet die Welt von den Rändern her. So rücken Personen, Probleme und Phänomene ins Zentrum, die bisher ignoriert wurden. 

Das Themenspektrum ist weit: Fakes in Lexika, Fernsehmüll und Skurrilitäten der Schul- und Bildungspolitik werden ebenso behandelt wie die Geheimnisse der Bestecksprache, das Anforderungsprofil für einen Hochzeitszeitungsredakteur und die Erfahrungen eines Grabredners.

Die beiden, 264 und 272 Seiten umfassenden Bände des  Almanachs setzen eine Tradition fort, die in der Aufklärungszeit begann. Der Herausgeber Walter Hömberg, emeritierter Professor für Journalistik an der Katholischen Universität Eichstätt/Ingolstadt und die Autoren der Bände versuchen, Nutzen und Vergnügen zu verbinden, und wendet sich an Freunde fröhlicher Wissenschaft.

Hrsg.: Walter Hömberg
Verlag: Allitera
Erscheinungsjahr:  Band 1: 2019, Band 2: 2023
ISBN: 978-3-96233-179-5

https://www.allitera-verlag.de/buch/marginalistik/

Studien zum Zeitalter der Aufklärung

im deutschsprachigen Raum 1750–1850

Studien zum Zeitalter der Aufklaerung
Studien zum Zeitalter der Aufklaerung
Siegert

Das Publikationsprojekt macht die Ergebnisse von Studien zur deutschen Buch-, Medien- und Lesergeschichte zugänglich, die in den vergangenen vier Jahrzehnten aus der Feder Reinhart Siegerts zu den Bemühungen der deutschen Aufklärung zur Verbesserung der Volksbildung entstanden sind – von den Zeitgenossen wurde dies als „Volksaufklärung“ bezeichnet. Im Mittelpunkt standen dabei Anstrengungen, mit zum Teil ganz neuen Medien vor allem diejenigen neunzig Prozent der Bevölkerung anzusprechen, die in der Landwirtschaft arbeiteten.

Standen am Anfang ganz neue kurze Anleitungen zur Land- und Hauswirtschaft, so entdeckten die Aufklärer schnell, dass unterhaltsam gestaltete Lesestoffen dazu noch besser geeignet waren. Neben Erzählungen, in die belehrende Teile integriert waren, wurden auch kurze Flugschriften, Kalender, Zeitungen und Zeitschriften genutzt. Die deutsche Aufklärung, so zeigen die Studien, ist weit mehr als ein gekrönter Friedrich, sie ist kein reines Spielwerk von Philosophen und Intellektuellen, sondern geprägt von tausenden Pfarrern, die Vernunft das Wort sprachen und die Erde nicht mehr als Jammertal begreifen mochten. Sie sahen den Menschen in der Pflicht, sein eigenes Schicksal tatkräftig selbst zu gestalten.

Reinhart Siegert hat mit seinen Forschungen maßgeblich zu einem neuen Bild der deutschen Aufklärung beigetragen. Seine interdisziplinär angelegten Arbeiten zur Bildungs- und Mediengeschichte im 18. und 19. Jahrhundert zeigen nachdrücklich, dass die Aufklärung im deutschsprachigen Raum keineswegs auf Selbstaufklärung der Gebildeten und Gelehrten beschränkt blieb, sondern in einer praktischen Reformbewegung mit vielen helfenden Händen und Köpfen der Maxime Rechnung trug, die 1818 ein katholischer Theologe so formulierte: „Eine Aufklärung, die nur den Aufgeklärten aufklärt, und den größten Theil der Menschen, die auf höhere Wissenschaften sich nicht verlegen können und nicht sollen, nothwendig in Finsternissen läßt, verdient schlechterdings den Namen Aufklärung nicht.“

Die Studien bieten zentrale Forschungsergebnisse zur Buch-, Leser-, Medien- und Kommunikationsgeschichte, die bisher weit verstreut nur mühsam zugänglich waren, sie können nun weitere Forschungen zur deutschen Aufklärung befruchten.

Die beiden ersten Bände der Studien stellen eine Einladung ins Zeitalter der Aufklärung dar, eine Einladung in ein Zeitalter, das die Menschen vom „Jammertal“ zum „Himmel auf Erden“ führen wollte. 60 Einzelstudien und über 300 Bilder lassen den Optimismus der Zeit lebendig werden, zeigen aber auch die Grenzen und Restriktionen auf, die die Umsetzung in die Praxis erfuhr.

Diese erfolgte zu einem beträchtlichen Teil erst im 19. Jahrhundert und prägt den deutschen Sprachraum bis heute. Gemeinsames Band der vielfältigen Einzelthemen ist, dass sie aus unverbrauchtem Quellenmaterial der Volksaufklärung geschrieben sind.

Der dritte Band der Studien zum Zeitalter der Aufklärung bietet Reinhart Siegerts bahnbrechende Monographie „Aufklärung und Volkslektüre“ von 1978, die maßgeblich zu einem neuen Bild der deutschen 18. und 19. Jahrhunderts beigetragen hat. Denn sie zeigt, dass die Aufklärung im deutschsprachigen Raum keineswegs auf Selbstaufklärung der Gebildeten und Gelehrten beschränkt blieb, sondern in einer praktischen Reform­be­wegung mit vielen helfenden Händen und Köpfen mündete. Rudolph Zacharias Becker war der prominenteste und tonangebende von mehreren tausend Autoren, die sich bemühten, das Gedankengut und Ethos der Aufklärung zu popularisieren und in Köpfen und Herzen der Bevölkerungsmehrheit zu verankern. Sein Motto war: „Ich wollte für Menschen arbeiten, die des Lesens ungewohnt und darunter viele sind, denen es saurer ankommt, als das Dreschen.“

Die Neuausgabe ist vielfach ergänzt und erweitert – nicht zuletzt durch den Abdruck von Quellentexten –, durch weit über 100 Abbildungen veranschaulicht und mit einer aktua­li­sierten Personalbibliographie Rudolph Zacharias Beckers versehen.

Bd. 1: Gesammelte Studien zur Volksaufklärung

Bd. 2: Gesammelte Studien zum Literarischen Leben der Goethezeit, zur Sozialgeschichte der Literatur, zu den Konfessionskulturen, zur Alphabetisierung und zur Nationalbibliographie der deutschsprachigen Länder

Bd. 3: Aufklärung und Volkslektüre. Exemplarisch dargestellt an Rudolph Zacharias Beckerund seinem Noth- und Hülfsbüchlein. Ergänzte und erweiterte Neuausgabe, mit einer aktualisierten Personalbibliographie.

Autor: Reinhart Siegert
Reihe: Presse und Geschichte – Neue Beiträge, herausgegeben von Astrid Blome, Holger Böning und Michael Nagel, Bde. 142 und 143
Verlag: edition lumière
Erscheinungsjahr: 2020, 2021
ISBN 978-3-948077-14-3 und 978-3-948077-15-0 und 978-3-948077-19-8

https://www.editionlumiere.de/siegert-aufklaerung.html

Öffentlichkeit in unsicheren Zeiten

Zur Analyse öffentlicher Kommunikation in Revolutionen

Öffentlichkeit in unsicheren Zeiten

Der Wandel der öffentlichen Kommunikation erhält in Zeiten fundamentaler gesellschaftlicher Veränderungen oftmals einen erheblichen Vorschub – und hat zugleich Anteil daran. In “Öffentlichkeit in unsicheren Zeiten” analysiert der Autor Michael Wild in seiner an der Universität Bamberg entstandenen, 320 Seiten umfassenden Doktorarbeit die Dynamiken dieser Prozesse mit einer historischen Perspektive.

Revolutionen sind seit jeher ein Brennglas gesellschaftlicher Entwicklung, denn sie markieren Umbruchphasen und Kul­mi­na­ti­ons­punkte in der Geschichte. Doch neben politischen und sozialen Transformationen treiben sie auch Prozesse voran, die zu neuen Kommunikationsphänomenen sowie Veränderungen im öffentlichen Diskurs führen. Der Kommunikationswissenschaftler Michael Wild nimmt deshalb historische Wegpunkte zum Anlass, um die komplexe öffentliche Kommunikation innerhalb solcher Kontexte näher zu beschreiben und den zugrunde liegenden Wandel zu untersuchen.

Als theoretische Basis der Studie dient ein speziell entwickeltes kommunikationshistorisches Analyseinstrumentarium, anhand dessen die Themenkomplexe der Öffentlichkeit, Kommunikation und Revolution systematisch nachgezeichnet werden. Im empirischen Teil wird dieses Instrumentarium auf zwei Fallbeispiele der Revolutionen 1848/49 und 1918/19 in Bamberg übertragen, um die komplexe öffentliche Kommunikation in einer revolutionären Situation theoretisch einzuordnen.

Autor: Michael Wild
Verlag: Herbert von Halem
Erscheinungsjahr: 2020
ISBN 978-3-86962-508-9

https://www.halem-verlag.de/oeffentliche-kommunikation-in-revolutionaeren-situationen/

Vertrauen in Journalismus unter Online-Bedingungen

Zum Einfluss von Personenmerkmalen, Qualitätswahrnehmungen und Nachrichtennutzung

Vertrauen in Journalismus unter Online-Bedingungen

In Teilen der Bevölkerung erodiert das Vertrauen in journalistische Medien. Gleichzeitig verliert der Journalismus seine Rolle als Gatekeeper und tritt in Konkurrenz zu anderen Informationsanbietern im Internet. Fabian Prochazka untersucht theoretisch und empirisch, wie diese beiden Phänomene zusammenhängen und welche individuellen Faktoren Vertrauen bzw. Misstrauen in Journalismus erklären. 

In welchen gesellschaftlichen Milieus ist Vertrauen bzw. Misstrauen in den Journalismus besonders verbreitet und wie hängt es mit Personenmerkmalen zusammen? Welche Qualitätswahrnehmungen und Vorwürfe an den Journalismus stehen hinter einer vertrauensvollen oder misstrauischen Haltung? Beschädigt oder stärkt die gewandelte Informationsumgebung im Internet das Vertrauen in den Journalismus?

Autor: Dr. Fabian Prochazka
Verlag: Springer VS
Erscheinungsjahr: 2020
ISBN: 978-3-658-30227-6

https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-30227-6

Scandalogy 2.

Cultures of Scandals – Scandals in Culture.

Scandalogy 2. Cultures ofScandals – Scandals in Culture.

Mitte März 2018 skandalisierten Medien die Datenberatungsfirma Cambridge Analytica und den Milliardenkonzern Facebook wegen fragwürdiger Methoden, die während der Brexit-Kampagne und des US-Wahlkampfs 2016 Anwendung fanden. Die Affäre um die beiden Unternehmen machte deutlich, dass viele Skandalfälle nicht an Ländergrenzen Halt machen und je nach kulturellem Hintergrund unterschiedlich beurteilt werden. 

Der englischsprachige Band vereint auf 308 Seiten aktuellste Forschungsergebnisse internationaler Forscher zum Themenfeld ‚Skandale‘. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Skandalberichterstattung, etwa durch eine Langzeitstudie in Großbritannien oder durch eine Analyse der Berichterstattung über Spionage im Kalten Krieg in den USA. Andere Beiträge widmen sich Online-Skandalisierungformen wie dem sogenannten ‚Shit Storm‘.

Hrsg.: Haller, André/Michael, Hendrik
Verlag: Herbert von Halem
Erscheinungsjahr: 2019
ISBN: I978-3-86962-418-1

https://www.halem-verlag.de/scandalogy-2/

The Handbook of European Communication History

The Handbook of European Communication History

Das 520 Seiten umfassende Handbuch der Europäischen Kommunikationsgeschichte liefert eine kohärente transnationale Geschichte der Massenmedien, der öffentlichen Kommunikation und des Journalismus in Europa. Es umfasst die Zeit seit Entstehen echter Massenmedien Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Entwicklung des Internets im späten 20. Jahrhundert. 

Seine Beiträge untersuchen, wie Medieninnovationen und Veränderungen des Mediensystems in Zusammenhang stehen mit der Entwicklung von öffentlicher Kommunikation, ganzer Gesellschaften und Kultur in Europa. Um eine länderübergreifende Annäherung an Phänomene der europäischen Kommunikationsgeschichte zu gewährleisten, wurden die Kapitel von internationalen Teams verfasst. 

An den 25 Kapiteln des Handbuchs beteiligten sich insgesamt 79 Autorinnen und Autoren aus 24 verschiedenen Ländern. Die einzelnen Kapitel widmen sich gemeinsamen europäischen Medien- und Kommunikationsphänomenen wie beispielsweise Zensurtraditionen, der Etablierung jeweils neuer Massenmedien, wechselseitiger (Kriegs-) Propaganda, medialen Popularisierungsschüben, der Medienkontrolle in autoritären Regimen, dem öffentlichen Rundfunk, dem Umgang mit Minoritäten oder auch den Anfängen aktueller internationaler Medienkonzentration und des Internets.

Hrsg.: Arnold, Klaus/Preston, Paschal/Kinnebrock, Susanne
Verlag: Wiley Blackwell
Erscheinungsjahr: 2019
ISBN: 978-1-119-16162-2

https://www.wiley.com/en-us/The+Handbook+of+European+Communication+History-p-9781119161622

200 Jahre Karlsbader Beschlüsse

Zustandekommen, Inhalte, Folgen

200 Jahre Karlsbader Beschlüsse

Mit den Karlsbader Beschlüssen jährt sich 2019 zum zweihundertsten Mal ein für die deutsche Geschichte und insbesondere für die Ge­schichte des Journalismus und der Presse bedeutendes politisches Ereignis. Das Ergebnis der Ministerialkonferenzen vom 6. bis 31. August 1819 im böhmischen Karlsbad leitete im Deutschen Bund eine jahrzehntelange Phase der politischen und geistigen Repression ein. 

Damit verbinden sich zahllose höchst unerfreuliche Erfahrungen und gescheiterte Hoffnungen. Die Beschlüsse unterwarfen nicht nur die Presse wieder strikten Zensurmaßnahmen. Sie sorgten auch für eine Überwachung der Universitäten, etablierten ein Bespitzelungssystem und ermöglichten es dem Bund, mit einer Exekutionsordnung gegen Sonderwege einzelner Mitgliedsstaaten vorzugehen. Zudem sollte die Errichtung repräsentativ-demokratischer Verfassungen verhindert werden.

Die Karlsbader Beschlüsse finden mit der hier vorgelegten Studie eine aktuelle Darstellung, welche das Ereignis – sein Zustandekommen, seine Inhalte und seine Folgen – für Öffentlichkeit und Wissenschaft vergegenwärtigt und für das so viel berufene ‚kollektive Gedächtnis‘ in Erinnerung bringt.

Autor: Jürgen Wilke
Verlag: Edition Lumière
Erscheinungsjahr: 2019
ISBN: 978-3-948077-00-6

https://www.editionlumiere.de/wilke-karlsbad.html

Zäune, Grenzen, Mauern: Einsteins 2019.

Das crossmediale Magazin der Eichstätter Journalistik

Zäune, Grenzen, Mauern: Einsteins 2019.

Zwei Dörfer, fast in Rufweite, keinen Kilometer voneinander entfernt. Zwischen ihnen fließt die Werra, sie bildete hier die deutsch-deutsche Grenze. Lauchröden lag in der DDR, Herleshausen im Westen. Nachbarn, über Jahrhunderte verschwippt und verschwägert. Dann riss die deutsche Teilung die Region auseinander.

30 Jahre nach dem Mauerfall ist eine Gruppe Studierende an diese Grenze zwischen Hessen und Thüringen gefahren. Sie haben sich die Geschichten erzählen lassen: Von den Tagen nach der Grenzöffnung, von Chaos und Freudentaumel. Sie haben furchtbare Berichte von der gescheiterten Flucht gehört, aber auch listige vom gelungenen Ausbruch. Und sie haben erfahren, dass auch im Alltag der DDR nicht alles schlecht war, aber doch nicht in die neue Bundesrepublik gerettet werden konnte.

All diese Geschichten finden Sie in Ton, Bild und Text im crossmedialen Magazin Einsteins, produziert vom vierten Semester des Bachelors Journalistik der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Die Studierenden haben das Thema weitergedreht und berichten auch von Orten, in denen Zäune, Grenzen, Mauern auch heute noch das Leben bestimmen: Ob es nun die schützenden Mauern eines Klosters sind oder Grenzen, die trennen, wie in Nordirland, der Ukraine und Zypern.

Autoren: Studierendengruppe der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt unter der Leitung von Friederike Herrmann
Erscheinungsjahr: 2019
https://journalistik.ku.de/einsteins-2019-erschienen/

Dunkle Reisen

Dunkle Reisen

Seit über 20 Jahren geht Till Mayer auf seine „Dunklen Reisen“. Rund 80 große Reportagen sind in der Zeit entstanden, zahlreiche Ausstellungen, mehrere Bücher. In seinem bislang persönlichsten, gibt er Auskunft über manche Hintergründe, auch über seine Gefühle auf seinen Recherchereisen.

In 13 verschiedene Staaten – von Kolumbien bis Nepal, vom Südsudan bis nach Tschechien und immer wieder in die Ukraine – führen uns seine Berichte über menschliche Grenzsituationen. So löst Till Mayer ein, was von den Medien immer wieder gefordert wird: Nachhaltigkeit. Seine Bilder, seine Texte heben in der alltäglichen Berichterstattung Vernachlässigtes ins Bewusstsein, illustrieren das, was aus den Schreckensmeldungen von gestern heute wurde – und bleiben in Erinnerung. So bringen seine „Dunklen Reisen“ Licht in vielfach Verdrängtes oder Vergessenes.

Autor: Till Mayer
Verlag: Erich Weiß Verlag
Erscheinungsjahr: 2018
ISBN: 978-3-940821-65-2

Messrelationen

Geschichte und Biobibliographie der deutsch- und lateinischsprachigen „messentlichen“ Periodika von 1588 bis 1805

Messrelationen. Geschichte und Biobibliographie der deutsch- und lateinischsprachigen „messentlichen“ Periodika von 1588 bis 1805

Der erste Band des dreibändigen, insgesamt mehr als 1.800 Seiten umfassenden Grundlagenwerks bietet die auf Autopsie beruhende Geschichte des ersten periodisch erscheinenden gedruckten Nachrichten­me­diums in der Ge­schich­te der Mensch­heit, der von Messe zu Messe er­scheinenden Messrelationen. 

Deren Ziel war die Information der Leser über das Weltgeschehen. Die Messrelationen erfüllten diese Aufgabe trotz des Hinzutretens weiterer Medien wie der Zeitung mehr als zwei Jahrhunderte lang.

Die Bände 2 und 3 liefern eine vollständige Biobibliographie der deutsch- und lateinischsprachigen Mess­re­la­tio­nen vom ausgehenden 16. bis ins frühe 19. Jahrhundert. Dokumentiert sind alle Erscheinungsdaten, personalen und druck­ge­schichtlichen Aspekte.

Zudem werden detailliert und sorg­fältig auch die Nachrichtenhalte der Messrelationen sowie das Selbst­verständnis der Nach­richtenkompilatoren, Verleger und Drucker beschrieben, so dass hier eine bisher ver­mis­ste quellenbasierte Charakterisierung der früh­neuzeitlichen Nachrich­ten­ge­stal­tung und des Nachrichtenwesens entstanden ist.

Autorin: Esther Beate-Körber
Herausgeber: Astrid Blome, Holger Böning und Michael Nagel
Verlag: edition lumière, Band 92-94 der Reihe "Presse und Geschichte – Neue Beiträge"
Bd.1: Geschichte der deutsch- und lateinischsprachigen „messentlichen“ Periodika von 1588 bis 1805, 381 Seiten.
Bde. 2 und 3: Biobibliographie der deutsch- und lateinischsprachigen „messentlichen“ Periodika von 1588 bis 1805, 832 und 750 Seiten.
Erscheinungsjahr: 2016-2018
ISBN: 978-3-943245-43-1, 978-3-943245-44-8 und 978-3-943245-45-5

Filmfieber

Deutsche Kinopublizistik 1917-1937

Filmfieber. Deutsche Kinopublizistik 1917-1937

Der von der Universität Erfurt herausgegebene erlesen-luxuriös gestaltete Band ist parallel zur dortigen Ausstellung KUNST.ORT.KINO erschienen. Er präsentiert und dokumentiert in einem bisher nie dagewesenen Rahmen und einer Bilderfülle ohnegleichen das (frühe) deutsche Filmschrifttum und alle weiteren filmmedialen Druckerzeugnisse aus Filmwesen und -wirtschaft, Presse und Populärbereich. 

Über 2.500 (!) Reproduktionen in s/w und Farbe von Plakaten, Aushangphotos, Programmheften, Werbebroschüren, Prospekten, Verleihkatalogen, Starpostkarten, Autogrammen, Zeitschriften, Magazinen, Büchern, Kalendern und Sammelbilder-Alben lassen die Blütezeit des deutschen Kinos wiederauferstehen. Die einzelnen Abschnitte und Materialgruppen sind mit fachkundigen Erläuterungen und Kommentaren (auch zur Geschichte der Filmprogramm-Hefte) versehen, anschließende Bildergalerien ergänzen und vertiefen die Eindrücke der zu Papier gewordenen Leinwandbilder. 

Ein eigenes Kapitel ist der nun hundertjährigen UFA und dem ihr Erscheinungsbild und Filmangebot prägenden Werbe- und Publikationsmaterial gewidmet. Das im Untertitel genannte Abschlußjahr 1937 ist lediglich schwerpunktmäßig zu verstehen, denn es werden auch Objekte der Jahre danach bis Kriegsende gezeigt. Ein für jeden (Film-)Sammler oder Kinoenthusiasten jener Epoche unverzichtbares Bild- und Referenzwerk. Erschienen in limitierter Auflage von nur 950 Exemplaren.

Autor: Patrick Rössler
Verlag: Universität Erfurt
Gebundene Ausgabe – 2017
ISBN-13: 978-3981893809

Scandalogy

An Interdisciplinary Field

Scandalogy: An Interdisciplinary Field

Die Enthüllung der Panama Papers im April 2016 machte erneut deutlich, welche globale Wirkmacht Skandale entfalten können. Skandale bringen Politiker zu Fall, stürzen Wirtschaftslenker und beenden Sportkarrieren. Sie kommen in jedem gesellschaftlichen Feld vor, führen zu enormer medialer Berichterstattung und zu einer lebhaften öffentlichen Diskussion über Werte und Normen – sie sind ein soziales Phänomen.

Als solches stellen Skandale sehr häufig auch einen Forschungsgegenstand unterschiedlicher Wissenschaften dar: Politikwissenschaftler analysieren zum Beispiel die Funktionsfähigkeit von politischen Regeln und Institutionen, die Kommunikationswissenschaft untersucht mögliche Wirkungen von Skandalberichterstattung und den Verlauf von Affären in unterschiedlichen Medien, in der Literaturwissenschaft werden Skandalautoren und ihr öffentliches Verhalten thematisiert, die Soziologie blickt auf den Geltungsbereich gesellschaftlicher Werte und Normen, die sich durch Skandaldiskurse verändern können.

Der Band Scandalogy vereint Beiträge internationaler Forscherinnen und Forscher zum Themenfeld ›Skandal‹. Er präsentiert sowohl empirische Studien als auch theoretische Erkenntnisse, die 2016 bei der 1st International Conference in Scandalogy an der Universität Bamberg präsentiert wurden. Die Bandbreite reicht von kommunikationswissenschaftlichen Studien bis hin zu literaturwissenschaftlichen Analysen. Die Vielzahl der Fächer, die sich mit dem sozialen Phänomen des Skandals beschäftigen, zeigt, dass ›Skandalogie‹ ein eigenständiger Forschungsbereich ist.

Hrsg: Dr. André Haller / Hendrik Michael / Martin Krause
Verlag: Herbert von Halem Verlag
Erscheinungsjahr: 2018
ISBN 978-3-86962-248-4

Nordkorea - eine Utopie?

Nordkorea - eine Utopie?

Wenn es heutzutage selbst in Deutschland immer schwieriger wird der „Straßenfotografie“ nachzugehen – um wieviel schwieriger oder gar unmöglich ist es dann wohl in Nordkora?

Werner Kohn hat sich dieser Herausforderung gestellt und als Teilnehmer einer Gruppenreise 2012 unter „kontrollierter Fotografiemöglichkeit“ das Alltagsleben in zufälligen Situationen ohne Inszenierung festgehalten. Er zeigt ungezwungenes Leben und Arbeiten in der Öffentlichkeit – z.B. vom wochenendlichen Arbeitseinsatz der Büroangestellten in den Grünanlagen der Vorstädte oder von rastenden Bauern, Synchronisierungsübungen in Sportanlagen für Jugendliche, den Atelierfabriken für Künstlern und vieles mehr.

Auch die überdeutlichen Zeichen der Verehrung der Führungsriege wird jenseits affirmativer Darstellung fotografiert. In der Gesamtschau ergibt sich ein Bild jenseits der oft in den Medien und offiziellen Verlautbarungen formulierten Einseitigkeit. Es existieren sowohl Kontrolle und alltägliche Harmlosigkeit nebeneinander.

Fotos von Werner Kohn mit einem Text von Rüdiger Frank
Erscheinungsjahr: 2018
Verlag: Erich-Weiß-Verlag
ISBN: 978-3-940821-59-1

De-/Konstruktionen der RAF im Post-2000-Kino

Filmische Erinnerungsarbeit an einem Mythos

De-/Konstruktionen der RAF im Post-2000-Kino

Von Anfang an besteht eine Verbindung zwischen dem Terrorismus der "Rote Armee Fraktion" (RAF), seinen Protagonisten und dem Kino. Mit dem Omnibusfilm "Deutschland im Herbst" (1977 von Rainer Werner Fassbinder, Alexander Kluge, Volker Schlöndorff und acht weiteren Redakteuren gedreht) begann noch im Jahr des Höhepunkts der RAF deren filmische Rezeption.

Seit dieser Zeit hat sich das Kino dem RAF-Terrorismus als einer der Wegmarken deutscher Geschichte in extenso gewidmet, vor allem mit Blick auf den RAF-Erinnerungsdiskurs sowie den Mythos RAF. Mit Beginn der 1970er Jahre hat der RAF-Film daher eine Entwicklung durchlaufen; so erweist er sich nunmehr insbesondere seit der Jahrtausendwende als ausdifferenziertes Feld zeitgeschichtlich-biografischer ("Der Baader-Meinhof-Komplex", "Die Stille nach dem Schuss", "Wer wenn nicht wir") und popkultureller ("Baader", "The Raspberry Reich") Filme sowie filmischer Familiennarrative der Jetzt-Zeit ("Das Wochenende", "Die innere Sicherheit", "Es kommt der Tag", "Schattenwelt").

Die Medienwissenschaftlerin Corina Erk (Universität Bamberg) analyisiert in ihrer Doktorarbeit wie mittels des Mediums des (teildokumentarischen) Spielfilm gesellschaftliche "Erinnerungsarbeit" geleistet werden kann.

Autorin: Corina Erk
Verlag: Wilhelm Fink Verlag
Erscheinungsjahr 2017, 673 Seiten, 488 s/w Abb., kart.
ISBN: 978-3-7705-6119-3

Die Rezension

Aktuelle Tendenzen der Literaturkritik

Die Rezension. Aktuelle Tendenzen der Literaturkritik

Rezensentenschelte gibt es so lange, wie es Rezensionen gibt. Michael Ende etwa verzerrte Marcel Reich-Ranicki zum monströsmiesepetrigen „Büchernörgele“ oder Hans-Magnus Enzensberger sah die belletristischen Buchbesprecher auf die ökonomisch fixierte Rollevon Zirkulationsagenten reduziert. 

„Die Kritik ist tot“, war gar vor rund 50 Jahren im „Kursbuch“ zu lesen. Und heute? Abgesehen von gelegentlichen Skandälchen fristet die Literaturkritik eher ein Nischendasein in Fernsehen wie Hörfunk und die Anzahl der Literaturbesprechungenist in den großen Zeitungsfeuilletons stark zurückgegangen. Krise also der etablierten Kritik – während gleichzeitig im Netz mehr Buchbesprechungen zu finden sind als je zuvor? Oft sind es Laien, die (etwa bei Online-Versandhändlern) Bücher bewerten oder auf Literatur-Blogs Lektüretipps bieten – von Lesern für Leser. Bei vielen Buchempfehlungen in neuen Foren verschwimmt gar die Grenze zu PR und Marketing.

Wo steht das Rezensionswesen heute? Literatur- und Kommunikationswissen-schaftlerinnen und -wissenschaftler liefern knappe Bestandsaufnahmen und fokussierte Detailanalysen; Kritiker, Autorinnen und Vertreterinnen des Buchhandels werfen Schlaglichter auf ihre Branchen.

So bietet der Band (mit 19 Aufsätzen) ein Panoptikum zum Themenfeld „Buchkritik heute“ – keine vorschnelle Bestandsaufnahme, sondern spannende Einblicke in eine lebendige Szene im Wandel.

Hrsg.: Bartl, Andrea / Behmer, Markus
Verlag: Verlag Königshausen & Neumann GmbH
Erscheinungsjahr: 2017
ISBN: 978-3-8260-6053-3

barriere:zonen

barriere:zonen

Phongsavath Manithong tanzt, Nour al Batran fährt auf einem TucTuc, Boniface Kapindo vergrößert einen Verkaufsstand. Alltagsdinge hält Till Mayer auf seinen Fotos, in seinen Texten fest – Aktivitäten, die alles andere als alltäglich sind. Phongsavath ist blind, hat beide Hände verloren, Nour sitzt im Rollstuhl, Boniface hat keine Beine mehr. Sie leben in Laos, in Gaza, in Uganda. In Krisengebieten. Ständig stoßen sie an Grenzen.

Till Mayer ist ein Grenzgänger. In seinem Berufsalltag ist er Lokaljournalist in der oberfränkischen Kleinstadt Lichtenfels. In seiner Freizeit, vier- oder auch fünfmal pro Jahr, reist er auf die Philippinen, nach Nepal oder Vietnam, in Flüchtlingslager im Libanon, in den Kongo oder in die Ukraine. Bilder bringt er mit und Geschichten, die er zu Reportagen verdichtet und bei Spiegel online publiziert. Bilder und Geschichten, die er zu Ausstellungen wie der hier dokumentierten zusammenstellt.

Immer steht der Mensch, stehen Einzelschicksale im Mittelpunkt, die politische Dramen und nationale Tragödien, humane Katastrophen und inhumane Grausamkeiten exemplarisch verdeutlichen. Schwarz-Weiß-Aufnahmen illustrieren kunterbuntes Chaos, ruhige Porträts aus einer Welt in Unruhe. Kollektive Dramen erhalten so ein individuelles Antlitz.

Sehr nah geht Till Mayer heran an die Menschen – doch nie tritt er ihnen zu nahe. Nicht als Opfer zeigt er sie, nicht als Objekte der Fürsorge, sondern als aktive Individuen, die unter schwersten Bedingungen ihr Leben zu gestalten suchen. Bewusst subjektiv ist sein Blick, sind seine Bilder, seine Berichte, die uns, den Betrachtern, Teilnahme ermöglichen – nicht Mitleid, sondern Empathie.

Der vorliegende Band dokumentiert bereits die zwölfte Ausstellung von Till Mayer. Um Randgruppen in Osteuropa, um Überlebende von Nazigreuel und Stalinterror in der Westukraine, um die Spätfolgen von Kriegen in Vietnam, Bosnien oder Ruanda, um die Folgen des Erdbebens im iranischen Bam gingen die vorangegangenen beispielsweise. Landauf, landab wurden und werden sie gezeigt, in Rathäusern, Bibliotheken, an Universitäten und Schulen und selbst bei den Vereinten Nationen in Genf und New York.

Autor: Till Mayer
Verlag: Erich-Weiss-Verlag
72 S., 54 Abb., 21 x 26 cm, geb.
ISBN: 978-3-940821-43-0